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Aufenthaltserlaubnis für wissenschaftliche Mitarbeiter und Forscher

Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung

Nach der EU-Richtlinie 2016/801 wird eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung erteilt, wenn eine wirksame Aufnahmevereinbarung oder ein entsprechender Vertrag mit einer Forschungseinrichtung im Bundesgebiet abgeschlossen wird.
Die Aufenthaltserlaubnis wird in der Regel für die Dauer des Forschungsvorhabens erteilt, längstens aber für 3 Jahre.
Bei Forschungseinrichtungen, die nicht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach dem Aufenthaltsgesetz anerkannt sind, wird die Aufenthaltserlaubnis jeweils für 1 Jahr erteilt und verlängert.

Mit der Aufenthaltserlaubnis sind Lehrtätigkeiten und selbstständige Tätigkeiten gestattet.

Nach Abschluss der Forschungstätigkeit wird die Aufenthaltserlaubnis für 9 Monate verlängert. Damit kann eine neue, der Qualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit gesucht werden.

Bei kürzeren Forschungsaufenthalten von längstens 1 Jahr:

  • Sie besitzen einen gültigen Aufenthaltstitel eines anderen EU-Mitgliedsstaates nach der Richtlinie (EU) 2016/801 zum Zweck der Forschung? Sie wollen in Deutschland an einer Forschungseinrichtung forschen und sich nicht länger ist als 180 Tage innerhalb eines Zeitraums von 360 Tagen im Bundesgebiet aufhalten? Dann benötigen Sie für Ihren kurzfristigen Forschungsaufenthalt keinen deutschen Aufenthaltstitel.

  • Sie besitzen einen gültigen Aufenthaltstitel eines anderen EU-Mitgliedsstaates nach der Richtlinie (EU) 2016/801 als Forscher, Student, Freiwilliger, Au-pair oder Praktikant? Sie wollen in Deutschland an einer Forschungseinrichtung forschen und sich länger als 180 Tage, aber höchstens für ein Jahr im Bundesgebiet aufhalten? Dann wird Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher erteilt.
Näheres zu den Voraussetzungen und Bedingungen für diese beiden Fälle finden Sie im Abschnitt „Weiterführende Informationen“).

Voraussetzungen

  • Beschäftigung an einer Forschungseinrichtung
    Forschungseinrichtungen im Sinne des Aufenthaltsgesetzes sind insbesondere:
    • Forschungseinrichtungen, die durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannt wurden,
    • Unternehmen oder private Einrichtungen, die das Forschungsvorhaben gemeinsam mit einer öffentlichen Einrichtung betreiben oder eine dort begonnene Forschung fortsetzen oder
    • Ausgründungen aus einer öffentlichen Forschungseinrichtung.
  • Aufnahmevereinbarung oder ein entsprechender Vertrag
    Es kann entweder eine Aufnahmevereinbarung oder ein entsprechender Vertrag vorgelegt werden. Die Aufnahmevereinbarung enthält alle geforderten Angaben, die sich auch in einem entsprechenden Vertrag wiederfinden müssen.
  • Angemessenes Gehalt für die Forschungstätigkeit
    Als angemessen gilt ein Gehalt in Höhe von mindestens zwei Dritteln der Bezugsgröße des § 18 Absatz 2 des Sozialgesetzbuchs IV (Ost). Für das Jahr 2018 ist das ein monatliches Netto-Gehalt von 1.796,67 Euro.
  • Kostenübernahmeerklärung
    Grundsätzlich muss sich die Forschungseinrichtung schriftlich zur Übernahme von Kosten verpflichten, die öffentlichen Stellen bis zu 6 Monate nach Beendigung der Aufnahmevereinbarung oder des Vertrages entstehen. Dazu zählen die Kosten für den Lebensunterhalt des Ausländers während eines unerlaubten Aufenthalts in einem EU-Mitgliedsstaat und für eine Abschiebung.

    Eine Kostenübernahmeerklärung ist nicht erforderlich für Forschungseinrichtungen, die
    • aus öffentlichen Mitteln finanziert werden oder
    • die gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Rahmen ihres Anerkennungsverfahrens eine allgemeine Kostenübernahmeerklärung abgegeben haben.
  • Persönliche Vorsprache
  • Hauptwohnsitz in Berlin während des Aufenthalts zur Forschung

Erforderliche Unterlagen

  • Gültiger Pass
  • 1 aktuelles biometrisches Foto
    35mm x 45mm, Frontalaufnahme mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund gerade in die Kamera blickend, heller Hintergrund
  • Formular Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels (ausgefüllt)
    Nur für die erste Beantragung der Aufenthaltserlaubnis erforderlich
  • Aufnahmevereinbarung oder entsprechender Vertrag (im Original)
    Die Aufnahmevereinbarung ist in deutscher Sprache auszufüllen und kann zusätzlich in Englisch ergänzt werden.
  • Krankenversicherung
    Der Nachweis eines gesicherten Lebensunterhalts umfasst auch einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Gesetzlich Krankenversicherte sind ausreichend versichert. Privat Krankenversicherte müssen auf Art und Umfang ihrer Krankenversicherung achten. Für mehr Informationen dazu lesen Sie bitte das Merkblatt.
  • Mietvertrag und Nachweis über die monatlichen Mietkosten
  • Nachweis über den Hauptwohnsitz in Berlin
    • Bescheinigung über die Anmeldung der Wohnung (Meldebestätigung) oder
    • Mietvertrag und Einzugsbestätigung des Vermieters
    Mehr zum Thema im Abschnitt „Weiterführende Informationen“

Gebühren

Die folgenden Gebühren bemessen sich nach dem jeweiligen technischen Aufwand bei der Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis:
  • 56,00 bis 100,00 Euro für die erstmalige Erteilung der Aufenthaltserlaubnis
  • 49,00 bis 96,00 Euro für jede Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis
  • Maximal 28,80 Euro für türkische Staatsangehörige

Zuständige Behörden

Diese Dienstleistung kann nur bei der

Ausländerbehörde des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten,
am Standort Berlin-Charlottenburg, Keplerstraße 2

in Anspruch genommen werden.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten