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Erbschaftsteuer - Festsetzung

Erbschaften und Schenkungen werden mit Steuern belastet. Einzelheiten finden Sie unter "Voraussetzungen"

Wann entsteht die Steuer?

  • Bei Erbschaft grundsätzlich mit dem Tod des Erblassers.
  • Bei Pflichtteilsanspruch mit der Geltendmachung.
  • Bei Schenkung grundsätzlich mit der Ausführung.
  • Bei Grundstücksschenkung mit der Auflassung i.S.v. § 925 BGB.

Einteilung der Erwerber in Steuerklassen
Je nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser beziehungsweise Schenker wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden. Es sind zuzuordnen der
Steuerklasse I
  • der Ehegatte,
  • der eingetragene Lebenspartner,
  • Kinder und Stiefkinder sowie die Abkömmlinge dieser Kinder und Stiefkinder,
  • Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;
Steuerklasse II
  • Eltern und Voreltern bei Schenkungen,
  • Geschwister und Geschwisterkinder,
  • Stiefeltern und Schwiegereltern,
  • Schwiegerkinder,
  • geschiedene Ehegatten;
Steuerklasse III
  • alle übrigen Erwerber.

Persönliche Freibeträge
Jedem Erwerber steht ein persönlicher Freibetrag zu. Dessen Höhe richtet sich bei unbe-schränkter Steuerpflicht nach der jeweiligen Steuerklasse, die sich aus dem Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser/Schenker ergibt.

Der Freibetrag beträgt
  • 500.000 € für den Ehegatten und den eingetragenen Lebenspartner,
  • 400.000 € für Kinder und Stiefkinder sowie Kinder verstorbener Kinder und Stief-kinder,
  • 200.000 € für Enkel und Kinder von Stiefkindern,
  • 100.000 € für jede andere Person der Steuerklasse I,
  • 20.000 € für Personen der Steuerklasse II,
  • 20.000 € für Personen der Steuerklasse III.

Die Freibeträge gelten jeweils für die Erwerbe von einer Person innerhalb von 10 Jahren.

Daneben gibt es zahlreiche sachliche Freibeträge (§ 13 ErbStG).

Voraussetzungen

  • Erbschaft
    • Erwerb durch Erbanfall (gesetzliche, testamentarische oder erbvertragliche Erbfolge)
    • Erwerb durch Vermächtnis
    • Erwerb durch geltend gemachten Pflichtteilsanspruch
  • Schenkung
    • Jede freigebige Zuwendung/Schenkung
    • Abfindung für Erbverzicht

Erforderliche Unterlagen

  • Steuerklärung auf Anforderung
    Das Finanzamt kann jeden an einem Erbfall oder einer Schenkung Beteiligten zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern.
    Ist mit einer Steuerfestsetzung zu rechnen, wird es den Beteiligten amtliche Steuererklärungsvordrucke mit der Aufforderung zusenden, die Steuererklärung innerhalb einer Frist von mindestens einem Monat beim Finanzamt einzureichen.

    Mehrere Erben können eine Steuererklärung gemeinsam abgeben. Sie ist dann allerdings von allen Erben zu unterschreiben.

    Ist in einem Erbfall ein Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter vorhanden oder ein Nachlasspfleger bestellt, ist dieser zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Gebühren

Gebührenfrei

Zuständige Behörden

Das Finanzamt Schöneberg ist zentral für Berlin zuständig.

Finanzamt Schöneberg