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Einkommensteuer - Festsetzung - Pflichtveranlagung

Abgabeverpflichtung

Die Verpflichtung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung hängt davon ab, aus welchen Arten von Einkünften das Einkommen besteht und wie hoch das Einkommen ist.

Sie besteht immer, wenn

• Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern bezogen wurde

• bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, die Steuerklassenkombination III / V oder Steuerklassenkombination IV / IV mit selbstgewähltem Aufteilungsmaßstab (sog. Faktorverfahren) im Laufe des Jahres angewandt worden ist

• ein Freibetrag beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt worden ist und der im Kalenderjahr erzielte Arbeitslohn 10.200 Euro übersteigt bzw. bei zusammen zu veranlagenden Ehegatten der insgesamt erzielte Arbeitslohn 19.400 Euro übersteigt

• der Arbeitgeber die Lohnsteuer für einen sonstigen Bezug (z.B. Abfindungen, Jubiläumszuwendungen) nicht nach den Regeln für den laufenden Arbeitslohn ermittelt hat

• nicht zusammen zu veranlagende Eltern eine andere als die hälftige Aufteilung eines Freibetrages für die auswärtige Ausbildung oder für einen Behinderten-Pauschbetrag, der einem gemeinsamen Kind zusteht, beantragen

• wenn dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld) über 410 Euro bezogen wurden.

Sind neben dem Arbeitslohn andere Einkünfte vorhanden, dann hängt die Steuererklärungspflicht von der Höhe der anderen Einkünfte ab. Soweit diese Einkünfte den Betrag von 410 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen, besteht keine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung.

Erklärungspflicht bei anderen Einkünften

Besteht das Einkommen ausschließlich aus anderen Einkünften als Arbeitslohn z.B.
• aus Renten,
• selbständiger (oder freiberuflicher Tätigkeit oder
• Vermietungseinnahmen,

dann muss eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte (vgl. § 2 Einkommensteuergesetz) den sogenannten steuerlichen Grundfreibetrag von 8.004 Euro für 2012 bzw. 8.130 Euro ab 2013 übersteigt. Bei Zusammenveranlagung sind die Beträge zu verdoppeln.

Voraussetzungen

  • Abgabefrist
    Die jährliche Einkommensteuererklärung muss bis zum 31. Mai. des folgenden Jahres dem Finanzamt übermittelt werden. Auf Antrag kann die Steuererklärungsfrist verlängert werden. Der Antrag kann per Post, Fax, E-Mail oder telefonisch gestellt werden. Bitte machen Sie dabei folgende Angaben:
    • Name,
    • Steuernummer oder ID-Nummer,
    • betroffenes Jahr,
    • gewünschte Frist.
    Bei positivem Entscheid des Finanzamts erhalten Sie keine Antwort, es sei denn, Sie verlangen diese ausdrücklich.

    Für Steuerpflichtige, deren Erklärung durch Steuerberater angefertigt wird, ist diese Frist allgemein auf den 31. Dezember verlängert.

    Die Finanzämter haben die Möglichkeit, Erklärungen mit angemessener Frist für einen Zeitpunkt vor Ablauf der allgemein verlängerten Frist anzufordern.
  • Zulässige Verfahren der Übermittlung von Steuerklärungen
    Die Einkommensteuererklärung kann beim Finanzamt elektronisch, per Post oder persönlich eingereicht werden.

    Für die elektronische Übermittlung kann eine kostenlose Software der Finanzverwaltung (Elster) verwendet werden.

    Steuerpflichtige mit selbständigen Einkünften, Einkünften aus Gewerbetrieb bzw. aus Land- und Forstwirtschaft müssen die Einkommensteuererklärung elektronisch übermitteln. Auf Papier abgegebene Erklärungen werden mit Ausnahme besonderer Härtefälle als nicht abgegeben behandelt.

Erforderliche Unterlagen

  • Vordrucke nach amtlichem Muster
    Neben dem Erklärungsvordruck und dessen Anlagen ggf. Rechnungen, Zahlungsbelege, Bescheinigungen (z.B. bei Spenden) und (zur erstmaligen Berücksichtigung) den Nachweis über den Grad der Behinderung.


    Bei Abgabe der Erklärung mit ELSTER sind keine Papiervordrucke erforderlich.

    Wo erhalte ich die notwendigen Formulare?
    Die für eine Steuererklärung in Papierform benötigten Formulare erhalten Sie kostenlos bei den Berliner Finanzämtern. Ein Versand per Post ist aus Kostengründen nur möglich, wenn Sie einen frankierten (1,45 € bei Nutzung der Post AG) und an Sie adressierten Rückumschlag (DIN C 5) unter Angabe der benötigten Formulare an Ihr Finanzamt schicken. Alternativ können Sie von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Formulare, die auf den Internet-Seiten des Bundesministeriums für Finanzen bereitstehen, auszufüllen. Eine elektronische Übermittlung dieser Formulare an das für Sie zuständige Finanzamt ist nicht möglich.

Gebühren

Gebührenfrei

Durchschnittliche Bearbeitungszeit

Mit den Berliner Finanzämtern ist vereinbart, dass die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für Einkommensteuererklärungen zwischen 7 und 9 Wochen beträgt, unabhängig davon ob diese per Papier oder ELSTER abgegeben wurde. Bitte berücksichtigten Sie, dass im Einzelfall die Bearbeitungsdauer – je nach Umfang und Inhalt der Steuererklärung – abweichend sein kann.

Zuständige Behörden

Grundsätzlich ist das Finanzamt Ihres Wohnsitzes zuständig.

Finanzamt Charlottenburg

(zuständig für Charlottenburg-Wilmersdorf - Nur für Charlottenburg)
Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg

Finanzamt Lichtenberg

Finanzamt Marzahn-Hellersdorf

Finanzamt Mitte/Tiergarten

(zuständig für Mitte - Nur für Ortsteile Mitte und Tiergarten)
Finanzamt Neukölln

Finanzamt Pankow/Weißensee

(zuständig für Pankow - Nur für die Ortsteile Pankow und Weißensee)
Finanzamt Prenzlauer Berg

(zuständig für Pankow - Nur für den Ortsteil Prenzlauer Berg)
Finanzamt Reinickendorf

Finanzamt Schöneberg

(zuständig für Tempelhof-Schöneberg - Nur für Schöneberg)
Finanzamt Spandau

Finanzamt Steglitz

(zuständig für Steglitz-Zehlendorf - Nur für Steglitz)
Finanzamt Tempelhof

(zuständig für Tempelhof-Schöneberg - Nur für Tempelhof)
Finanzamt Treptow-Köpenick

Finanzamt Wedding

(zuständig für Mitte - Nur für den Ortsteil Wedding)
Finanzamt Wilmersdorf

(zuständig für Charlottenburg-Wilmersdorf - Nur für Wilmersdorf)
Finanzamt Zehlendorf

(zuständig für Steglitz-Zehlendorf - Nur für Zehlendorf)