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Sachverständige nach § 36 der Gewerbeordnung - öffentliche Bestellung am Standort Einheitlicher Ansprechpartner

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Zahlungsmöglichkeiten

Eine Bezahlung ist vor Ort nicht möglich.

Sachverständige nach § 36 der Gewerbeordnung - öffentliche Bestellung

Durch die öffentliche Bestellung von Sachverständigen nach § 36 Gewerbeordnung (GewO) sollen Gerichten, Behörden und der Allgemeinheit besonders zuverlässige, glaubwürdige und auf einem bestimmten Sachgebiet besonders sachkundige und erfahrene Personen zur Verfügung gestellt werden.
Die öffentliche Bestellung erfolgt ausschließlich im öffentlichen Interesse, nicht um den persönlichen Zielen oder Vorstellungen des Bewerbers Rechnung zu tragen.
Sie ist insbesondere keine Zulassung zu einem Beruf, sondern die Zuerkennung einer besonderen Qualifikation.

Die besondere Sachkunde auf dem betreffenden Sachgebiet hat der Bewerber zur Überzeugung der IHK Berlin im Rahmen des Bestellungsverfahrens nachzuweisen.

Voraussetzungen

  • öffentliches Bedürfnis
    Es muss ein öffentliches Bedürfnis für eine öffentliche Bestellung von Sachverständigen auf dem betreffenden Sachgebiet gegeben sein. Das Vorliegen des öffentlichen Bedürfnisses wird seitens der IHK geprüft.
  • besondere Sachkunde
    Die besondere Sachkunde auf dem betreffenden Sachgebiet hat der Bewerber zur Überzeugung der IHK Berlin im Rahmen des Bestellungsverfahrens nachzuweisen. Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung sind überdurchschnittliche Kenntnisse, Fähigkeiten und praktische Erfahrungen auf dem betreffenden Sachgebiet erforderlich.
  • persönliche Eignung
    Die persönliche Eignung des Bewerbers muss gewährleistet sein. Dies setzt voraus, dass ein Bewerber nicht nur aufgrund persönlicher Eigenschaften Gewähr dafür bietet, die Gutachtertätigkeit objektiv und unparteiisch auszuüben, sondern diese Anforderung unter Berücksichtigung des gesamten persönlichen und beruflichen Umfeldes aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit auch erfüllen kann.

Erforderliche Unterlagen

  • Formular öffentliche Bestellung von Sachverständigen (IHK)
    Das Antragsformular wird einem Interessenten in der Regel nach einem persönlichen Gespräch ausgehändigt, sofern die in den fachlichen Bestellungsvoraussetzungen (siehe auch § 3 der Sachverständigenordnung) geforderte Vorbildung und die Berufspraxis erfüllt werden sowie eine ausreichende Anzahl bereits erstatteter Gutachten vorgelegt werden können.
  • tabellarischer Lebenslauf und Foto
    tabellarischer Lebenslauf (in Maschinenschrift) mit den üblichen Angaben zur Person sowie ein Foto
  • ausführliche Beschreibung des beruflichen Werdegangs
    ein ausführlicher beruflicher Werdegang mit einer detaillierten aussagekräftigen Beschreibung der beruflichen Tätigkeiten und der bisherigen Sachverständigentätigkeit; diese Schilderung soll das Vorliegen der besonderen Sachkunde aus Sicht des Antragstellers begründen.
  • Liste aller Gutachten der letzten drei Jahre
    eine Liste aller in den letzten drei Jahren vor Antragstellung erstatteter Gutachten (Arbeitsproben)
  • Referenzliste
    Angabe von mehreren Personen (mindestens fünf), die Auskunft über die persönliche Eignung und/oder die nachzuweisende besondere Sachkunde geben können
  • Zeugnisse/Nachweise
    beglaubigte Abschriften oder Fotokopien aller antragsrelevanten Zeugnisse, Diplome oder sonstiger Urkunden (z. B. über Berufsbezeichnungen), Beschäftigungsnachweise, etc.
  • Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde
    Zur Überprüfung der persönlichen Zuverlässigkeit wird ein aktuelles Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde (auch behördliches Führungszeugnis) gemäß § 30 Absatz 5 des Bundeszentralregistergesetzes benötigt. Das behördliche Führungszeugnis kann bei Wohnsitz/Meldung in Berlin bei jedem der Berliner Bürgerämter persönlich ohne vorherige Terminvereinbarung während der Sprechzeiten beantragt werden.
    Das Bundesministerium für Justiz bietet zudem eine Beantragung im Onlineverfahren an.
  • Teilnahmebestätigungen von Fortbildungsveranstaltungen der letzten drei Jahre
    Teilnahmebestätigungen über den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen im beantragten
    Sachgebiet aus den letzten drei Jahren
  • Nachweise über Besuch von Seminaren
    Nachweis über den Besuch von mindestens drei Seminaren zu den notwendigen Kenntnissen zur Abfassung von Gutachten, zum Verhalten bei Gericht, zum Umgang mit privaten Auftraggebern und zu Haftungs- und Versicherungsfragen (keine Fachseminare).
  • Bescheinigung in Steuersachen
    Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung des örtlich zuständigen Finanzamtes

Formulare

  • Formular öffentliche Bestellung von Sachverständigen (IHK)

Gebühren

Zwischen 1.000 Euro und 3.000 Euro (siehe Gebührenordnung der IHK F. Recht und Steuern)

Hinweise zur Zuständigkeit

Die öffentliche Bestellung von Sachverständigen nach § 36 Gewerbeordnung kann online über das Portal des Einheitlichen Ansprechpartner Berlin oder bei der Industrie und Handelskammer zu Berlin erfolgen.